Widmung

Ich widme diese Arbeit den Huren. Den Aussätzigen, Schwachsinnigen, Toren.
Ich widme sie den Häßlichen. Den Armen, Dummen, Gräßlichen.
Ich widme sie den Entwurzelten. Den Entehrten. Den mit sieben Augen bewehrten.
Ich widme sie den Entstellten, Verkrüppelten, hungernden Wölfen.
Ich widme sie den Vaterlosen, Ziellosen, Kinderlosen, Weibslosen.
Jeder Made, die sich irgendwo in einer Ritze windet.
Ich widme sie den Kompostnutzern.
Warzenübersähten Scheißhausputzern.
Den Leierkastenaffen, die die Becken im falschen Rhytmus schlagen, gebrochenen Tanzbären auf ihrem Hoffnungsball und der Sau beim Schlachter.
Ich widme sie den Dienstleuten.
Den Bahnhofsvorstehern.
Dem gewählten Vorstand und Stimmenauszählern in einem afrikanischen Land.
Ich widme sie den Quartalszahlen vom Vorjahr.
Und der Friedensmission.
Der lauthals frohlockenden Botschaft des Herrn.
All jenen zurückgelassenen Drecksäcken, um die sich sonst niemand schert.

Gesicht von der Rückkehr

Ich bin so weit gegangen, weil ich sehen wollte, wie die Sonne im Westen über dem Meer versinkt und fliegende Fische auf den Wellen tanzen. Ich wollte sehen, wie die Vögel sich zu hunderttausenden gemeinsam erheben, wenn der Sommer vorüber ist und sie gemeinsam nach Süden ziehen. Ich wollte auf der Spitze des rauchenden Berges stehen, wenn dahinter der Mond aufgeht und am Himmel in der Ferne die Wetter leuchten. Ich habe den Rand der Welt gefunden, wo die Wolken, wie Legenden aus alter Zeit an den Gipfeln vorüberziehen. Endlich zerschellen sie dann an ihnen. Ich habe den Rand der Welt gefunden. Aber seine Heimat ist kein Haus. Sie ist kein Haus.

Der Glaube versetzt Berge.
Die verlorenen Söhne werden einst zurückkehren.
Sie werden aufsteigen mit goldenen Flügeln
und eine Heimat finden am Horizont.

Chasing the sky

Each year, from May to August, the North Sea island of Texel becomes the destination of a pilgrimage for aficionados from around the world. With low tide, the waters recede to expose the vast wetland of the wadden sea where myriads of crustaceans bury themselves in the sand. They are the reason, why birds flock to the island to build large colonies and raise their offspring. Usually, their life is locked away from the human eye. Always living at the edge of flight in a distance far away from us, we can only dream about the ecstasy of launching upwards to the sky, when the siren call of a place beyond reaches our heart. In August, when the breeding season is over, the call turns into a vicious craving. A longing for the distance and space of a faraway world. Then, they rise to colonize the sky. What starts with coltish flights of display – a show of will and determination by single individuals soon turns into a pilgrimage of the millions and thousands. And when they finally leave the shores of the island, they will have cast away all doubts and broken the chains of a known tomorrow.