Von Göttern, Königen, Propheten …

Die kühnen Träume des Selbst und seine Werte erschaffen durch klares Denken die Welt; durch sie die Freuden und die Arbeit zu ihrer Erhaltung, aus deren Für und Wieder das Gegenüber entsteht. Ehe wir uns versehen, sind wir dort gefangen, in all dem, was wir nicht sind und was wir nicht haben. Wenn wir das erkennen, finden wir die Berufung in uns, die uns verpflichtet, voll und ganz unsere Visionen zu leben; auf dass all’ unsere Träume wahr werden, in denen wir Götter, Könige, Propheten sind.

… und von der Erde.

Wo wir geboren sind, liegt unsere Freude, unser Werk soll sie erhalten, damit die Liebe bei uns bleibt. Wo sie vergeht, sind wir verloren, wir müssen fort aus diesem Land. Was ist die Welt aber doch wild und grausam, wo man nicht zuhause ist. Ach, wär sie doch überall so, wie daheim! So, wie die Welt zuhause war, sollt‘ sie an allen Orten sein. Es sollen drum alle Menschen, Menschen machen, die am Liebsten zueinander stehen. Man könnt‘ der Welt die Locken streichen und nachts daheim schlafen gehen.

Den Schwarzen Fluß hinunter

Ich bin so traurig, dass ich gehen muss.
Wo Donnerwelten sich trennen von mir.
Wie fortgerissene Federn am schwarzen Fluß.
So geh‘ ich von dir.

Wie die Vögel auf den Dächern sitzen,
auf roten Ziegeln in die Ferne sehn und mir
ein Lied von weiten Welten singen,
so wär ich gern bei dir.

Dass ein Windstoß uns davon trägt,
am Rand der Welt auf Schwingen gleiten,
wo Schwerter auf den Wellen tanzen,
Giganten Sonnenstrahlen überschreiten.

Wo Wellenchöre rauschen,
Schiffe zu ihrer Heimat fahren,
Wo Mythenkreaturen lauschen,
Sich Lichterscheine scharen.

Um ein Lied, das aus der Ferne klingt,
Wenn Katarakte rauschen,
Einer Blume, die dort singt,
Verlorene Fischer lauschen.

Da, wo das Licht im Meer verschwindet,
und die Wellen untergehen.
Wo fortgerissene Federn wehen,
möcht‘ ich dich gern wiedersehen.

Widmung

Ich widme diese Arbeit den Huren. Den Aussätzigen, Schwachsinnigen, Toren.
Ich widme sie den Häßlichen. Den Armen, Dummen, Gräßlichen.
Ich widme sie den Entwurzelten. Den Entehrten. Den mit sieben Augen bewehrten.
Ich widme sie den Entstellten, Verkrüppelten, hungernden Wölfen.
Ich widme sie den Vaterlosen, Ziellosen, Kinderlosen, Weibslosen.
Jeder Made, die sich irgendwo in einer Ritze windet.
Ich widme sie den Kompostnutzern.
Warzenübersähten Scheißhausputzern.
Den Leierkastenaffen, die die Becken im falschen Rhytmus schlagen, gebrochenen Tanzbären auf ihrem Hoffnungsball und der Sau beim Schlachter.
Ich widme sie den Dienstleuten.
Den Bahnhofsvorstehern.
Dem gewählten Vorstand und Stimmenauszählern in einem afrikanischen Land.
Ich widme sie den Quartalszahlen vom Vorjahr.
Und der Friedensmission.
Der lauthals frohlockenden Botschaft des Herrn.
All jenen zurückgelassenen Drecksäcken, um die sich sonst niemand schert.

Gebet eines Rufers in der Wüste

Hör mich, Herr, einen Augenblick, ich will für dich beten.
Mein Vater war ein elender Dieb, meine Mutter eine Hure.
Ich habe sie zu dir geschickt. Lass du, der du müde bist, 
ein wenig Kraft dir von mir geben, dass du aufstehen kannst von 
deinem Thron und dich zur Ruh legst, wo du sterben kannst.

– Wort des lebendigen Gottes.